Lutherrose
EVANGELISCHE PFARRGEMEINDE A. U. H.B. ST. AEGYD a.N. - TRAISEN
Losung und Lehrtext für Samstag, 13. Juni 2026:





Jesus

Aktuelles

Urlaubszeit

Pfarrer Mag. Jörg Lusche ist vom 27. Juli bis 24. August auf Urlaub. In dringenden Fällen und bei Beerdigungen bitte trotzdem immer Pfarrer Mag. Jörg Lusche für die Organisation anrufen: 02762/ 62-120 oder 0699/ 18877 314

unsere nächsten Veranstaltungen

Mai 2026

27.05. 19:00 Uhr Mit der Bibel ins Gespräch kommen Gemeindesaal Auferstehungskirche Traisen
31.05. 10:00 Uhr Familiengottesdienst mit dem Frauenchor "Chorallen" Waldkirche St.Aegyd a.N.

Juni 2026

24.06. 19:00 Uhr Mit der Bibel ins Gespräch kommen - Johannestag Auferstehungskirche Traisen

EINFACH ZUM NACHDENKEN

Liebe Schwestern und Brüder, liebe Freunde unserer Pfarrgemeinde,
„Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht, was ER dir Gutes getan hat“,
mit diesen Worten aus Psalm 103. möchte ich mit euch in die Sommerzeit gehen.
„Lobe den HERRN, meine Seele“, so beginnen mehrere Psalmen und auch mehrere unserer schönen Lieder im Gesangbuch, die den Psalmen nachgedichtet sind „Du meine Seele singe, wohlauf und singe schön“ (EG 302) oder das Lied „Nun lob, mein Seel, den Herren“ (EG 289).
Wir sollen unsere eigene Seele auffordern Gott zu loben, weil es uns gut tut und weil wir es doch auch immer wieder vergessen, wenn Vieles uns beschäftigt, oder wenn uns gerade nicht zum Loben zumute, ist. Gott zu loben ist eine Wohltat für unsere Seele! Und gerade die vor uns liegenden Sommermonate schenken uns die Zeit, uns an die schönen Erlebnissen erinnern zu lassen, sich an der Natur der guten Schöpfung Gottes zu freuen, unsere Seele einfach baumeln lassen zu können und Gott dafür zu loben und daran zu denken, was Er uns Gutes getan hat. Die Sommerzeit, die Urlaubszeit ist die Zeit im Jahr Seelsorge an der eigenen Seele zu üben!
„Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht, was ER dir Gutes getan hat.“
Uns an schöne Erlebnisse zu erinnern, das tut uns gut, und das gibt uns Kraft – auch in schwierigen Zeiten! In der Bibel ist von vielen Menschen aufgeschrieben, was sie mit Gott erlebt haben, was sie Gutes von ihm empfangen haben, und was auch wir erleben und von Gott empfangen können. Die Freude an der Natur, an Gottes herrlicher Schöpfung, Freude und Dankbarkeit über so viel Schönes in unserem eigenen Leben, Zuspruch und Gottes Segen für jeden und jede von uns, Trost und Stärkung in schweren Zeiten und die wunderbarste Hoffnung, die über unser Leben hinausweist und ausblickt auf Gottes Herrlichkeit und die Vollendung in seinem Reich.
Das alles ist in der Bibel aufgeschrieben, damit wir uns an all das Gute erinnern können, das Gott gesprochen und getan hat.
In allerkürzester Zusammenfassung im Psalm 103, den wir auch oft im Dankgebet nach dem Heiligen Abendmahl sprechen:
„Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht,
was ER dir Gutes getan hat,
der dir alle deine Sünde vergibt und heilet alle deine Gebrechen;
der dein Leben vom Verderben erlöst,
der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit.“
Gott weiß, dass wir unvollkommene Menschen sind und auch unter unseren Schwächen und Fehlern leiden, an unserem begrenzten Verständnis, an unserer begrenzten Liebe, an den Zweifeln und Anfechtungen unseres Glaubens, an manchen körperlichen Leiden und unseren nachlassenden Kräften. All das weiß Gott, und er will auch unseren Glauben heute von Neuem stärken, dass wir einstimmen in das Vertrauen des Psalmbeters, der voller Gewissheit spricht, dass "der HERR dir alle deine Sünde vergibt und heilet alle deine Gebrechen; dass ER dein und mein Leben vom Verderben erlöst, dass ER dich und mich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit.“
Jesus Christus will uns im Abendmahl in diesem Glauben stärken und uns Gottes Güte ganz sinnlich erleben lassen: „Schmecket und sehet, wie freundlich der HERR ist. Wohl dem, der auf ihn trauet.“ Das Brot als Zeichen für das tägliche Brot und der Wein als Zeichen für die besonderen Feste im Leben. Brot und Wein als Zeichen von Leib und Blut Jesu Christi, durch die er uns Anteil gibt an seinem Leben, Sterben und Auferstehen, und einst an der Herrlichkeit in seinem Reich.
Mit unserer Freude und Dankbarkeit für alles Gute, das wir erlebt haben und erleben und gegen alle Sorgen und Zweifel wollen wir uns immer wieder erinnern lassen und einstimmen:
„Lobe den HERRN, meine Seele und vergiss nicht, was ER dir Gutes getan hat!“


Schöne und erholsame Sommertage wünscht Ihnen und Euch allen.
Ihr/ Euer Pfarrer Mag. Jörg Lusche

Kreuz

Grüß Gott und herzlich willkommen!

Die Pfarrgemeinde St. Aegyd am Neuwalde – Traisen mit ihren beiden Kirchen und vier Predigtstationen liegt in den Voralpen des südlichen Niederösterreichs und deckt sich mit den Grenzen des politischen Bezirks Lilienfeld.
„Evangelische miteinander - miteinander evangelisch“ ist das Leitbild der 1163 Gemeindemitglieder aus allen Lebenskreisen und Berufsgruppen. Verbunden im Glauben an Gott und Jesus Christus und in geschwisterlichem Umgang miteinander findet ein vielfältiges Gemeindeleben statt.
Ausgehend und gestärkt von der Feier der Gottesdienste, vom Gebet, den Einkehrtagen und Gesprächen "Rund um die Pfarrgemeinde" zeigt ein motivierter Mitarbeiterkreis durch verschiedene Aktivitäten Präsenz im Bezirk Lilienfeld: mit Flohmärkten und Advent - Standeln, mit Konzerten und Vorträgen im kulturellen Bereich.
Diese Aktivitäten helfen auch mit, den finanziellen Aufwand für die Erhaltung unserer beiden Kirchen, der Auferstehungskirche in Traisen und der Waldkirche in St. Aegyd am Neuwalde zu gewährleisten.
Um segensvoll in einer Diasporagemeinde zu wirken, versuchen wir als Tauftropfengemeinde mit der Gestaltung von Familiengottesdiensten, Seniorennachmittagen oder der Krankenhausseelsorge mit allen Menschen in Beziehung zu treten und ein Band des Miteinanders und Füreinanders zu knüpfen.

Wir laden Sie ein, die Pfarrgemeinde St. Aegyd am Neuwalde - Traisen kennen zu lernen und das eine oder andere für sich zu entdecken!

Kreuz

 

„Ist jemand unter euch krank…“
Über die biblischen Wurzeln der Krankensalbung

Die Anweisung ist eindeutig:Ist jemand unter euch krank, der rufe zu sich die Ältesten der Gemeinde, dass sie über ihm beten und ihn salben mit Öl in dem Namen des Herrn. Und das Gebet des Glaubens wird dem Kranken helfen, und der Herr wird ihn aufrichten; und wenn er Sünden getan hat, wird ihm vergeben werden.“

Diese Anordnungen haben, so klar sie sind, eine bewegte Geschichte. Der an sich einfache Vorgang hatte sich in der römisch-katholischen Kirche und in der Orthodoxie zur „letzten Ölung“ bzw. zu einem „kirchlichen Mysterium“ entwickelt, wurde dann von den Reformatoren verworfen und die Krankensalbung verschwand aus dem Protestantismus. Erst in neuester Zeit ist in den evangelischen Kirchen das Interesse an dieser alten seelsorgerlichen Praxis neu erwacht. Sucht man nach ihren geschichtlichen Anfängen, tut sich ein lebendiges und spannendes Bild der Lebenswelt der ersten Christinnen und Christen auf.

Der Satz „Ist jemand unter euch krank…“ stammt aus den ersten Jahrzehnten des christlichen Glaubens. Er findet sich im Jakobusbrief, einem der sogenannten „katholischen“ Briefe des Neuen Testaments, die an die gesamte Christenheit gerichtet sind (katholikós = griech. allgemein). Der Brief ist am Ende des 1. Jahrhunderts möglicherweise in der ägyptischen Hafenstadt Alexandria von einem uns nicht bekannten, aus dem Judentum kommenden Christen verfasst, der sich in die Rolle des Herrenbruders Jakobus begibt.

Jesu Handauflegung

Dass Jesus Heilungen durch das Auflegen seiner Hände durchgeführt hat, ist im Neuen Testament vielfach überliefert. So konnte er in Nazareth, wo er abgelehnt wurde, „nicht eine einzige Tat tun, außer dass er wenigen Kranken die Hände auflegte und sie heilte“. In Kapernaum „brachten alle ihre Kranken und mancherlei Leiden zu ihm. Und er legte einem jeden die Hände auf und machte sie gesund“. Auch einer verkrümmten Frau legte er am Sabbat in einer Synagoge die Hände auf „und sogleich richtete sie sich auf und pries Gott“.

„So wird´s gut mit ihnen“

Aber der Kreis der Heilungen und der dazu Bevollmächtigen wird ausgedehnt. Markus berichtet von der Aussendung der zwölf Jünger Jesu: „Und sie zogen aus und predigten, man solle Buße tun, und trieben viele Dämonen aus und salbten viele Kranke mit Öl und machten sie gesund. Im Bericht des Markus von der Aussendung der Jünger kommt dann das Öl ins Spiel und damit die Salbung. Seit der Zeit des Alten Testaments wird dem Öl medizinische Wirkung zugeschrieben. Dass Öl im Altertum als Heilmittel diente, zeigt auch im Lukasevangelium das Gleichnis vom Barmherzigen Samaritaner, der dem Überfallenen Öl und Wein auf seine Wunden gießt. Im Vergleich zur Auflegung der Hände wird die Salbung mit Öl als intensiver gesehen, man hat sie ein „Segnen, das unter die Haut geht“ genannt. Doch in der Anweisung des Jakobusbriefs geht es um mehr. Schon die ältere Forschung hat darauf hingewiesen: „Nicht das Öl als Medikament vollbringt (…) die Heilung, sondern das unter Gebet und Aussprechen des Namens verwendetes Öl.“

Das neue Verständnis

Es ist dieses Verständnis von Heilung und Gesundheit, das unter den ersten Christusgläubigen lebendig geblieben ist und nicht nur die Aufforderung im Jakobusbrief sondern ihre gesamte Seelsorge an Kranken und Sterbenden getragen hat. Es steht hinter dem Auflegen der Hände, das soziale Grenzen durchbricht,
es steht hinter dem Gebet um Heilung für die kranken Schwestern und Brüder, es steht als starker Segen hinter der Salbung mit Öl im Namen Jesu Christi und es steht hinter dem Zuspruch der Sündenvergebung
durch einen Glauben, in dessen Kraft es liegt zu helfen und gesund zu machen.

(gekürzt übernommen von Dr. Christoph Weist, in gesamte Länge erschienen in den Standpunkten des Evangelischen Bundes 262/ 2026, Fotoquellen: Homepage der Stadtpfarre Wolfsberg und Diözese Linz)

Die evangelische Krankenhausseelsorge bietet Patientinnen, Angehörigen und Mitarbeiterinnen in Krankenhäusern Begleitung, Gespräche und Zuspruch an, unabhängig von der Konfessionszugehörigkeit. Aufgrund der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) erfolgt kein automatischer Informationsfluss mehr, weshalb der Besuchswunsch direkt dem Pflegepersonal mitzuteilen ist.

Somit die Bitte, wenn jemand von Ihnen oder Ihren Angehörigen im Krankenhaus ist und von mir besucht werden will, rufen Sie mich bitte an. Gerade in einer solchen Situation tut es gut, miteinander im Gebet verbunden zu sein. Es ist auch möglich, das Abendmahl oder die Krankensalbung zu empfangen.
Ihre Pfarrerin Birgit Lusche