Lutherrose
EVANGELISCHE PFARRGEMEINDE A. U. H.B. ST. AEGYD a.N. - TRAISEN
Losung und Lehrtext für Samstag, 18. April 2026:





Jesus

Aktuelles

unsere nächsten Veranstaltungen

März 2026

04.03. 18:30 Uhr Passionsandacht - Andacht und Basteln Waldkirche St.Aegyd a.N.
06.03. 19:00 Uhr Weltgebetstag der Frauen 2026 Pfarrkirche St.Veit/Gölsen
11.03. 18:30 Uhr Mit der Bibel ins Gespräch kommen Gemeindesaal Auferstehungskirche Traisen
20. - 22.03. Bücherflohmarkt im Volksheim Traisen
22.03. 10:00 Uhr Ökumenischer Jugendkreuzweg Auferstehungskirche Traisen
25.03. 18:30 Uhr Passionsandacht - Andacht und Basteln Waldkirche St.Aegyd a.N.

Liebe Schwestern und Brüder!
die Passionszeit, die Vorbereitungszeit auf Ostern, dem größten christlichen Fest,
thematisiert in besonderer Weise Recht und Gerechtigkeit, Nächstenliebe und Nachfolge.
Worauf kommt es an im Leben als Christin, als Christ?
Dazu suche ich Orientierung in den biblischen Texten und ich lese die Worte im Matthäusevangelium im 25. Kapitel:
„Wenn aber der Menschensohn kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Thron seiner Herrlichkeit, (und) dann wird er sagen:
Denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir zu essen gegeben.
Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir zu trinken gegeben.
Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen.
Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich gekleidet.
Ich bin krank gewesen und ihr habt mich besucht.
Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einer oder einem von diesen meinen geringsten Schwestern und Brüdern, das habt ihr mir getan.“

Die Bewegung der Liebe zu den Hilfe suchenden Menschen wird ins Zentrum des christlichen Lebens gerückt. Sie gehört zum Wesen der christlichen Gemeinde. Jesus lehrt uns seinen Blick auf den Nächsten und verwandelt damit zugleich unseren Blick auf sie. In jedem Menschen in Not, dem ihr begegnet, so sagt Jesus, begegnet ihr auch mir. In dem Menschen in Not findet ihr mich. Hier findet ihr zu mir und zu Gott.
Dieser Text aus dem Matthäusevangelium steht direkt vor der Passionsgeschichte, die von Jesu Weg durch Leid und Kreuz bis zur Auferstehung am dritten Tage erzählt. Wir sind jetzt in der Passions- und Fastenzeit, einer Zeit zum Innehalten und zum Hören auf Gottes Wort und der Erfahrung, dass unsere Wege von Gott begleitet sind und das Gott sich jeder und jedem von uns zuwendet.

Und in dieser Zeit wird oft auch über die „Sterbe- und Krankensalbung“ nachgedacht. Eine Thematik, die ihre Wurzeln in den Handlungen Jesu und den Praktiken der frühen Kirche hat. Sie wurde von den Reformatoren nicht als Sakrament anerkannt, da die Sterbe- und Krankensalbung nicht direkt von Jesus Christus gestiftet wurde, sondern auf den Worten im Jakobusbrief zurückgeht („Ist jemand unter euch krank?
Er rufe die Ältesten der Gemeinde ….“. Jak 5, 14-15) Dennoch wurde der Wert der Salbung immer respektvoll anerkannt, gerade da sie das ganzheitliche Bedürfnis des Menschen gerecht wird.
Anfänglich zurückgeführt auf die „letzte Ölung“, artikuliert sich auch in unserer Kirche seit Mitte des 20. Jahrhunderts der Ruf nach Verantwortung des menschlichen als geschöpflichen Lebens. So wurde versucht die Salbung mit Öl als biblisch begründetes Segensritual theologisch und als eine das Gebet begleitende Intensivform des Segens zu verstehen.

Vorreiter war die Evangelische Michaelsbruderschaft, in dessen Reihen bereits 1949 der Wunsch entstand, dass Pfarrer bei Kranken und Sterbenden, die das Abendmahl nicht mehr empfangen können, nicht nur zu beten, sondern auch rituelle Handlungen vornehmen zu können. So ist es auch in unserer Pfarrgemeinde üblich. Jedoch ist zu bedenken, dass gerade die Feier des Heiligen Abendmahles und die Krankensalbung nicht „nur“ bei Sterbenden sinnvoll ist, sondern auch als Kräftigung und Heilung bei uns allen mit den Höhen und Tiefen des Lebens als eine von Zuwendung Gottes gesehen werden muss.

Eine gesegnete Passionszeit in der Vorfreude auf das Osterfest,
Ihr / Euer Pfarrer Mag. Jörg Luche

Kreuz

Grüß Gott und herzlich willkommen!

Die Pfarrgemeinde St. Aegyd am Neuwalde – Traisen mit ihren beiden Kirchen und vier Predigtstationen liegt in den Voralpen des südlichen Niederösterreichs und deckt sich mit den Grenzen des politischen Bezirks Lilienfeld.
„Evangelische miteinander - miteinander evangelisch“ ist das Leitbild der 1163 Gemeindemitglieder aus allen Lebenskreisen und Berufsgruppen. Verbunden im Glauben an Gott und Jesus Christus und in geschwisterlichem Umgang miteinander findet ein vielfältiges Gemeindeleben statt.
Ausgehend und gestärkt von der Feier der Gottesdienste, vom Gebet, den Einkehrtagen und Gesprächen "Rund um die Pfarrgemeinde" zeigt ein motivierter Mitarbeiterkreis durch verschiedene Aktivitäten Präsenz im Bezirk Lilienfeld: mit Flohmärkten und Advent - Standeln, mit Konzerten und Vorträgen im kulturellen Bereich.
Diese Aktivitäten helfen auch mit, den finanziellen Aufwand für die Erhaltung unserer beiden Kirchen, der Auferstehungskirche in Traisen und der Waldkirche in St. Aegyd am Neuwalde zu gewährleisten.
Um segensvoll in einer Diasporagemeinde zu wirken, versuchen wir als Tauftropfengemeinde mit der Gestaltung von Familiengottesdiensten, Seniorennachmittagen oder der Krankenhausseelsorge mit allen Menschen in Beziehung zu treten und ein Band des Miteinanders und Füreinanders zu knüpfen.

Wir laden Sie ein, die Pfarrgemeinde St. Aegyd am Neuwalde - Traisen kennen zu lernen und das eine oder andere für sich zu entdecken!

Kreuz

 

„Ist jemand unter euch krank…“
Über die biblischen Wurzeln der Krankensalbung

Die Anweisung ist eindeutig:Ist jemand unter euch krank, der rufe zu sich die Ältesten der Gemeinde, dass sie über ihm beten und ihn salben mit Öl in dem Namen des Herrn. Und das Gebet des Glaubens wird dem Kranken helfen, und der Herr wird ihn aufrichten; und wenn er Sünden getan hat, wird ihm vergeben werden.“

Diese Anordnungen haben, so klar sie sind, eine bewegte Geschichte. Der an sich einfache Vorgang hatte sich in der römisch-katholischen Kirche und in der Orthodoxie zur „letzten Ölung“ bzw. zu einem „kirchlichen Mysterium“ entwickelt, wurde dann von den Reformatoren verworfen und die Krankensalbung verschwand aus dem Protestantismus. Erst in neuester Zeit ist in den evangelischen Kirchen das Interesse an dieser alten seelsorgerlichen Praxis neu erwacht. Sucht man nach ihren geschichtlichen Anfängen, tut sich ein lebendiges und spannendes Bild der Lebenswelt der ersten Christinnen und Christen auf.

Der Satz „Ist jemand unter euch krank…“ stammt aus den ersten Jahrzehnten des christlichen Glaubens. Er findet sich im Jakobusbrief, einem der sogenannten „katholischen“ Briefe des Neuen Testaments, die an die gesamte Christenheit gerichtet sind (katholikós = griech. allgemein). Der Brief ist am Ende des 1. Jahrhunderts möglicherweise in der ägyptischen Hafenstadt Alexandria von einem uns nicht bekannten, aus dem Judentum kommenden Christen verfasst, der sich in die Rolle des Herrenbruders Jakobus begibt.

Jesu Handauflegung

Dass Jesus Heilungen durch das Auflegen seiner Hände durchgeführt hat, ist im Neuen Testament vielfach überliefert. So konnte er in Nazareth, wo er abgelehnt wurde, „nicht eine einzige Tat tun, außer dass er wenigen Kranken die Hände auflegte und sie heilte“. In Kapernaum „brachten alle ihre Kranken und mancherlei Leiden zu ihm. Und er legte einem jeden die Hände auf und machte sie gesund“. Auch einer verkrümmten Frau legte er am Sabbat in einer Synagoge die Hände auf „und sogleich richtete sie sich auf und pries Gott“.

„So wird´s gut mit ihnen“

Aber der Kreis der Heilungen und der dazu Bevollmächtigen wird ausgedehnt. Markus berichtet von der Aussendung der zwölf Jünger Jesu: „Und sie zogen aus und predigten, man solle Buße tun, und trieben viele Dämonen aus und salbten viele Kranke mit Öl und machten sie gesund. Im Bericht des Markus von der Aussendung der Jünger kommt dann das Öl ins Spiel und damit die Salbung. Seit der Zeit des Alten Testaments wird dem Öl medizinische Wirkung zugeschrieben. Dass Öl im Altertum als Heilmittel diente, zeigt auch im Lukasevangelium das Gleichnis vom Barmherzigen Samaritaner, der dem Überfallenen Öl und Wein auf seine Wunden gießt. Im Vergleich zur Auflegung der Hände wird die Salbung mit Öl als intensiver gesehen, man hat sie ein „Segnen, das unter die Haut geht“ genannt. Doch in der Anweisung des Jakobusbriefs geht es um mehr. Schon die ältere Forschung hat darauf hingewiesen: „Nicht das Öl als Medikament vollbringt (…) die Heilung, sondern das unter Gebet und Aussprechen des Namens verwendetes Öl.“

Das neue Verständnis

Es ist dieses Verständnis von Heilung und Gesundheit, das unter den ersten Christusgläubigen lebendig geblieben ist und nicht nur die Aufforderung im Jakobusbrief sondern ihre gesamte Seelsorge an Kranken und Sterbenden getragen hat. Es steht hinter dem Auflegen der Hände, das soziale Grenzen durchbricht,
es steht hinter dem Gebet um Heilung für die kranken Schwestern und Brüder, es steht als starker Segen hinter der Salbung mit Öl im Namen Jesu Christi und es steht hinter dem Zuspruch der Sündenvergebung
durch einen Glauben, in dessen Kraft es liegt zu helfen und gesund zu machen.

(gekürzt übernommen von Dr. Christoph Weist, in gesamte Länge erschienen in den Standpunkten des Evangelischen Bundes 262/ 2026, Fotoquellen: Homepage der Stadtpfarre Wolfsberg und Diözese Linz)

Die evangelische Krankenhausseelsorge bietet Patientinnen, Angehörigen und Mitarbeiterinnen in Krankenhäusern Begleitung, Gespräche und Zuspruch an, unabhängig von der Konfessionszugehörigkeit. Aufgrund der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) erfolgt kein automatischer Informationsfluss mehr, weshalb der Besuchswunsch direkt dem Pflegepersonal mitzuteilen ist.

Somit die Bitte, wenn jemand von Ihnen oder Ihren Angehörigen im Krankenhaus ist und von mir besucht werden will, rufen Sie mich bitte an. Gerade in einer solchen Situation tut es gut, miteinander im Gebet verbunden zu sein. Es ist auch möglich, das Abendmahl oder die Krankensalbung zu empfangen.
Ihre Pfarrerin Birgit Lusche